Wohnen & Gesellschaft

Baumpflanzaktion Bochum-Weitmar
Wirtschaft & Unternehmen

Gemeinsam für mehr Artenschutz und Biodiversität

Vonovia und der Naturschutzverband NABU haben eine zweijährige Zusammenarbeit im Sinne des Artenschutzes vereinbart, um Grünflächen in Quartieren zu städtischen Lebensräumen für Vögel und Insekten zu machen.


Blumenwiesen, Insektenhotels und Nistkästen: Es gibt viele Möglichkeiten, einen städtischen Garten in einen Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge oder Vögel zu verwandeln. Das hilft nicht nur den Tieren – auch viele Menschen wünschen sich buntere Grünflächen und mehr Natur rund um ihre Wohnungen. Darum arbeitet Vonovia mit Deutschlands größtem Naturschutzverband NABU zusammen: Im Pilotquartier Bochum-Weitmar mit seinen mehr als 1.200 Wohneinheiten entwickeln beide Partner gemeinsam einen neuen Gestaltungsansatz für Freiflächen, Insektenhotels und Nistplätze, beispielsweise für Mauersegler.
Biodiversitäts-Experten vom NABU-Landesverband Nordrhein-Westfalen nehmen dafür zunächst eine Bestandsaufnahme der Tier- und Pflanzenarten vor und leiten daraus Empfehlungen für eine Grünflächengestaltung ab, die dem Artenschutz bestmöglich Rechnung trägt. „Als großes Wohnungsbauunternehmen tragen wir eine besondere Verantwortung für die Lebensqualität in den Städten“, sagt Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender von Vonovia. „Darum wollen wir beim Artenschutz und der Biodiversität Vorreiter sein.“

Die heute üblichen Grünflächen sind nicht optimal als Lebensräume für Vögel, Insekten und andere Tiere geeignet. Ein gemähter Rasen und akkurat geschnittene Hecken sind zwar ästhetisch ansprechend, tragen aber kaum zum Artenschutz bei.
Eine Bepflanzung mit mehr Bäumen und Sträuchern, Blühstreifen sowie Nistkästen an den Gebäuden schaffen hingegen die dringend benötigten Lebensräume mitten in der Stadt – was auch den Bedürfnissen der Mieter entgegenkommt, die sich naturnahe Gärten als Treffpunkte für die Bewohner eines Quartiers wünschen.

Baumpflanzaktion Bochum-Weitmar

Bienenwiese statt Rasenfläche

In Zukunft dürften die Grünflächen in vielen Quartieren darum weniger akkurat aussehen – stattdessen ist eine „geplante Verwilderung“ gefragt: Das Gras sollte zum Beispiel nur zweimal im Jahr gemäht werden, sodass dort viele Blüten für bestäubende Insekten gedeihen können. Auch verblühte Stauden bleiben teilweise den Winter über stehen, denn hier finden Vögel Nahrung, und Insekten können hier die kalte Jahreszeit überdauern. Die Beispiele zeigen, dass eine artgerechte Grünflächengestaltung nicht mit mehr Arbeit verbunden ist. Im Gegenteil: Sie ist kostengünstiger und ressourcenschonender als die herkömmliche Kombination aus Hecken und Rasen. Der NABU kooperiert schon seit Jahren mit der Industrie bei der Standortgestaltung und macht aus den weitgehend leblosen Grünflächen rund um Gewerbeimmobilien Lebensräume für viele Tierarten. Vonovia ist das erste Unternehmen aus der Wohnungsbranche, das diesen Schritt geht.

„Das Potenzial dieser Kooperation ist gewaltig“, sagt Manuel Dillinger vom NABU. „Vonovia hat bundesweit rund 400.000 Wohnungen, darunter viele Quartiere. Dort erreichen wir pro Projekt viele Hundert Mieter, wodurch wir einen großen Skaleneffekt erzielen.“ Die Kooperation ist zunächst für die Jahre 2019 und 2020 vereinbart und auf das größte Bundesland Nordrhein-Westfalen begrenzt. Später könnte sie aber auf ganz Deutschland ausgedehnt werden.


Baumpflanzaktion Bochum-Weitmar
Wichtig ist dabei, dass Vonovia und NABU bei allen Maßnahmen die Mieter vor Ort miteinbeziehen. In Sprechstunden erklären ihnen Experten, nach welchen Prinzipien die Grünflächen umgestaltet werden; QR-Codes in den Gärten liefern Informationen über die angebauten Pflanzen; und in Workshops in den Quartieren lernen die Bewohner, wie und wo man am besten Nisthöhlen und Insektenhotels aufhängen sollte. Geplant sind auch Schulungen für „Grünspezialisten“ unter den Mietern.
In Bochum-Weitmar ist im Rahmen der Zusammenarbeit von Vonovia und NABU bereits eine Wildblumenwiese entstanden, außerdem hat Rolf Buch dort gemeinsam mit der nordrhein-westfälischen NABU-Landesvorsitzen- den Heide Naderer im Dezember einen Spitzahorn gepflanzt, um das langfristige Engagement von Vonovia symbolisch zu betonen. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt werden gesammelt und als Grundlage für weitere Maßnahmen dienen – damit in einigen Jahren möglichst viele Grünflächen in den Vonovia Quartieren zum gemeinsamen Lebensraum für Menschen und Tiere werden.