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Ina Scharrenbach Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen
Politik & Wohnen

Ina Scharrenbach: „Fördern, was Menschen verbindet“

Seit 2017 ist Ina Scharrenbach Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein- Westfalen. Politisch will sie die Verbundenheit der Menschen miteinander und mit ihrem Wohnort fördern.


Ina Scharrenbach Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen

W&G: Was macht die erste NRW-Heimatministerin anders als ihre Vorgänger, die sich um Bau, Kommunales und Stadtentwicklung gekümmert haben?

Ina Scharrenbach: Sie denkt Zuständigkeiten zusammen. Wir stehen bei den Themen Wohnungsbau, Stadtentwicklung und Kommunalaufgaben vor drängenden Zukunftsaufgaben, die wir lösen müssen. Die Welt bleibt ja nicht stehen. Der demografische Wandel, die Klimadebatte – all das wirkt sich darauf aus, wie Wohnungen und Wohnviertel in Zukunft aussehen sollen. Konzepte haben wir. Und ich will, dass wir sie umsetzen. Die Bürgerinnen und Bürger haben sehr konkrete Anliegen und erwarten zu Recht von uns Antworten.

Warum ist aus Ihrer Sicht heute ein Heimatministerium notwendig?

Weil Heimat etwas ist, das verbindet. Es ist die inhaltliche Klammer um die anderen Zuständigkeitsbereiche.

Was verbinden Sie persönlich mit dem Begriff Heimat?

Heimat ist zunächst einmal die persönliche Heimat, die eigene Verwurzelung. Bei mir ist das die Stadt Kamen, in der ich aufgewachsen bin. Hier leben Familie und Freunde, sie gehören zu mir und sind deswegen ein wichtiger Teil meiner Heimat. 

Ina Scharrenbach Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen

Was entgegnen Sie Kritikern, die in der Verwendung des Begriffs eine gesellschaftliche Polarisierung befürchten?

Der Begriff „Heimat“ ist ein urpositiver Begriff. Er schließt Menschen ein, nicht aus. Denn jeder Mensch trägt Heimat in sich. Der Begriff hat viel mit Identität und mit Identifikation zu tun – und damit, die eigene Heimat zu gestalten. Das verbindet die Menschen miteinander. Ich erlebe das jedes Mal in den kleineren wie größeren Gemeinden, die ich im Rahmen meiner Heimattouren besuche. Die Menschen packen an, haben ein gemeinsames Ziel, und wer neu ist, den lernt man über das gemeinsame Tun schnell kennen – und umgekehrt. Heimat gestaltet sich mit den Menschen vor Ort. Das ist das genaue Gegenteil von Spaltung. Mit unserer Heimatförderung fördern wir das, was Menschen verbindet.

Spielen „gleichwertige Lebensverhältnisse“ als politisches Ziel auch bei Ihnen eine Rolle?

Ja, das spielt natürlich eine wichtige Rolle. In einem Flächenland wie Nordrhein-Westfalen macht es keinen Sinn, die Großstädte und den ländlichen Raum gegeneinander auszuspielen. Kommunen mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen liegen manchmal nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Ich nenne Ihnen zwei Beispiele: Wenn wir Quartiere neu entwickeln, achten wir darauf, dass Förderangebote kombinierbar sind. Nicht die Angebote müssen in das Förderraster passen, sondern die Förderung muss flexibel sein. Unsere Finanzierungsangebote umfassen soziale Einrichtungen, Bolzplätze, Sinnesgärten, Fahrradboxen und Ladestationen für E-Mobilität – kurz gesagt: alle baulichen Maßnahmen, die die Wohn- und Lebensqualität erhöhen. Damit schließt sich der Kreis: Heimat ist der Ort, an dem die Menschen ihre Wurzeln haben. Wir sorgen dafür, dass diese Wurzeln genügend Nährstoffe bekommen. Wir investieren in nachhaltige örtliche Infrastrukturen. Bezahlbarer Wohnraum, Einkaufsmöglichkeiten, Cafés, medizinische Versorgung, ein eng getakteter öffentlicher Personennahverkehr, der Breitbandausbau, genügend Arbeitsplätze: Wo das alles stimmt, bleiben die Menschen.