by inWirtschaft & Unternehmen on20. Juni 2018 Kommentare deaktiviert für Drei Fragen an Cornelia Eisenbacher

Drei Fragen an Cornelia Eisenbacher

W&G: Ist die Immobilienbranche zu männlich?

Cornelia Eisenbacher: Auf der Führungsebene ja, bei allen Beschäftigten der Immobilienbranche nein. Der Männeranteil in den Vorständen deutscher börsennotierter Unternehmen liegt bei 85 Prozent. Doch Unternehmen mit gemischten Teams sind innovativer und erfolgreicher. Männer sind daher gefordert, auch Frauen mit nach vorne zu nehmen. Frauen sind gefordert, Führung und Macht zu übernehmen und sich gut zu vernetzen.

Sollte es Quoten für Führungspositionen geben?

Ja, die Quote ist als erster Schritt zu mehr Chancengleichheit ein Muss! Wirkungsvoll ist sie allerdings nur bei gleichzeitigem Umdenken auf der Führungsebene. Transparente Personalauswahl, gleiche Aufstiegschancen und gleiche Bezahlung bei gleicher Tätigkeit müssen ein Gebot nachhaltiger Unternehmenspolitik sein!

Stellt sich in der Branche in 20 Jahren noch die Geschlechterfrage?

Nein! Die Einsicht ist da, dass Vielfalt die Basis für Innovations- und Wirtschaftswachstum ist. Angesichts des Fachkräftemangels, der Verschärfung des Wettbewerbs und sich beschleunigender Digitalisierung wird in der Zukunft mehr denn je – losgelöst von jeglicher Gender-Betrachtung – die fachliche und persönliche Expertise jeder/s Einzelnen zählen.

GLEICHHEIT UND KARRIEREN FÖRDERN

Die Immobilienökonomin Cornelia Eisenbacher ist seit 2017 Vorstandsvorsitzende des Vereins Frauen in der Immobilien wirtschaft e. V., der Geschlechtergleichheit in der Branche fördert und insbesondere Frauen in Führungspositionen bringen will.

Cornelia Eisenbacher:

ist Vorstandsvorsitzende der Frauen in der Immobilienwirtschaft e. V.

Foto: Marc Beckmann